
Wie man einen Hängematten-Underquilt näht – DIY, mit Daunenfüllung
Wenn Sie sich für das Projekt entschieden haben, einen Hängematten-Underquilt mit Daunen oder Federn zu nähen, erwartet Sie jede Menge Spaß. Sie brauchen nur Geduld und sollten auf eine Wolke fliegender Daunen vorbereitet sein – nach ein paar Stunden Arbeit erhalten Sie eine Isolation der Spitzenklasse!
Es gibt zwei grundlegende Techniken, um Daunen am Stoff zu fixieren: Steppen oder Stege. Der Unterschied liegt in der Form der Kammern, in die die Daunen gefüllt werden. Beim Steppen entstehen die Kammern, indem der Stoff mit einer geraden Naht durchgenäht wird. An der Naht bildet sich eine sogenannte Kältebrücke, die den thermischen Komfort leicht verringert. Wenn wir statt einer Naht eine Wand einnähen, die beide Materialien verbindet, entsteht ein dreidimensionaler Steg, der eine dichte Isolationsschicht ohne Kältebrücken an den Nähten bietet. Für unseren Underquilt haben wir uns für die gesteppte Variante entschieden. Wer jedoch über eine Stegvariante nachdenkt, kann diese mit unserem Nylon-Netzstoff umsetzen.
Materialauswahl
Die besten Materialien sind daunendicht, leicht und atmungsaktiv, damit die Daunen richtig aufbauschen können. Die Weiterreißfestigkeit ist weniger wichtig, denn anders als bei einer Hängematte oder einem Tarp treten hier keine nennenswerten Belastungen auf. Ultraleichte kalandrierte Nylonstoffe mit DWR eignen sich dafür sehr gut.
Beim Kalandrieren wird der Stoff, einfach gesagt, gepresst, um eine glatte, eher „kunststoffartige“ Oberfläche zu erzeugen, die das Austreten der Daunen wirksam verhindert. Deshalb haben daunendichte Stoffe ein glänzendes Aussehen.
DWR (Durable Water Repellency) verhindert, dass Wasser einzieht, etwa bei leichtem Regen oder Tau.
Wünscht man sich jedoch eine höhere Wasserbeständigkeit und soll der Underquilt nicht als Quilt dienen oder direkt mit dem Körper in Kontakt kommen, lässt sich ein Kompromiss eingehen: Man kombiniert auf der einen Seite ein weniger atmungsaktives, daunendichtes Polyestermaterial mit Nylon auf der anderen Seite. Der Vorteil dieser Lösung ist die höhere Wasserbeständigkeit, während die Nylonlage die Atmungsaktivität der Daunen sichert und das Waschen ermöglicht.
Benötigte Materialien:
Zusätzliche Informationen:
- 4 m Stoff: Ripstop Ultra Light Marineblau, 10D Nylon
- Daunen 850 CUIN – 400 g
- 10 m Polypropylen-Schnur ø3 mm
- Talia-Garne passend zum Stoff
Werkzeuge:
- Maßband
- Schneiderkreide
- Schere
- Nähmaschine
- Stopfstab oder ein anderes zum Einfüllen der Daunen geeignetes Werkzeug
- PVC-Rohr
- Fertiges DIY-Set – Hängematten-Underquilt
- Geschätzte Fertigungszeit: ca. 4 h
- Der Underquilt ist für eine Person mit 180–185 cm Körpergröße ausgelegt
Schritt 1 – Zuschnitt des Schnittmusters
Schneiden Sie 2 Stofflagen mit den auf dem Bild angegebenen Maßen zu:

Schritt 2 – Zeichnen des Steppschemas
Nach dem Zuschneiden des Stoffes zeichnen wir das Steppmuster auf. In unserem Fall haben wir es mit 25×25 cm großen Quadraten ausgefüllt. Das ist eine zuverlässige Aufteilung, die ein Verrutschen der Daunen verhindert. Schmale Tunnel funktionieren ebenfalls gut, aber das Befüllen und „Abmessen“ der Daunen kann dabei schwieriger sein.


Schritt 3 – Vorbereiten der Tunnel für die Schnüre
Bevor wir mit dem Befüllen der Quadrate mit Daunen begonnen haben, wollten wir die Tunnel für die Schnüre vorbereiten und einnähen. Warum haben wir das separat gemacht? Die Breite der Rolle Ripstop Ultra Light Marineblau beträgt 150 cm. Wir wollten die Maße unseres Underquilts nicht verkleinern und die vollen 150 cm Daunenfüllung beibehalten. Nichts spricht jedoch dagegen, eine um 20 cm schmalere Version zu nähen (diese Lösung wird auch in unserem DIY-Underquilt-Produkt verwendet). So lässt sich das gesamte Teil aus 4 m Stoff fertigen. Wenn Sie andere Ideen für die Tunnel haben, teilen Sie sie unten in den Kommentaren.


Schnurtunnel für den Hängemattenbezug.
Der Schnurtunnel für den Hängemattenbezug ist eingenäht.
Schritt 4 – Steppen und Befüllen mit Daunen
Sind die Tunnel eingenäht, können wir zum spannendsten Teil übergehen: Steppen und Befüllen mit Daunen 🙂 Zu Hause brauchen Sie dafür nur ein Rohr mit passendem Durchmesser (je nachdem, wie breit die von Ihnen gewählten Tunnel sind). Eine große Auswahl an PVC- oder Metallrohren finden Sie in jedem Baumarkt. Zur Not funktioniert auch eine Papprolle von Küchenpapier. Um das Befüllen zu erleichtern, haben wir ein Küchenwerkzeug mit dem wunderbaren Namen *KOPYSTKA* verwendet. Für dünnere Tunnel eignet sich vielleicht besser ein anderes Küchenwerkzeug mit einem interessanten Namen, etwa eine *KWIRLEJKA*.
Das Prinzip des Steppens ist einfach. Wir nähen das Quadrat entlang der zuvor aufgezeichneten Linien und lassen dabei eine Öffnung von etwa 8 cm frei. Die Breite der Öffnung sollte an das Füllwerkzeug angepasst sein. Stellen Sie das Rohr auf eine Waage und füllen Sie es mit der abgemessenen Menge Daunen. Stecken Sie das gefüllte Rohr in die Öffnung und schieben Sie die Daunen mit der *Kopystka* in das Quadrat. Nähen Sie anschließend die Öffnung zu und gehen Sie zum nächsten Quadrat über.


Dieser Teil ist definitiv der zeitaufwendigste, abhängig davon, wie dicht Sie die Quadrate aufzeichnen. In unserem Underquilt sind es 40 Quadrate und wir haben 400 Gramm Daunen. Das ergibt etwa 10 g pro Quadrat. Nach dem Nähen waren wir überrascht, wie stark und wie schnell sich die Daunen ausgedehnt haben. Beim nächsten Projekt würden wir wahrscheinlich eine noch kleinere Menge ausprobieren. Mehr als 10 g pro Quadrat einzufüllen würde nur die Fähigkeit der Daunen verringern, sich auszudehnen, und damit auch die Isolationsleistung der Füllung (siehe den Artikel über Daunen).

Schritt 5 – Einziehen der Schnüre in die Tunnel
Zum Schluss genügt es, die Leinen durch die Tunnel zu ziehen. Für kürzere Tunnel können Sie eine elastische Schnur mit Stopper verwenden; wir haben genommen, was gerade zur Hand war, nämlich ein 4 mm Seil. Am einfachsten ist es, ein solches Seil an einem Mopstiel zu befestigen und sauber durch den Tunnel zu schieben.
Und nun der angenehmste Teil … der Feldtest bei der niedrigstmöglichen Temperatur 😉 Wir sind auf Ihre Ergebnisse und Tests gespannt – schreiben Sie uns, wie es gelaufen ist und ob Sie etwas anders machen würden.



